Dieses Abzeichen ist eine Mischung aus einem real existierenden Abzeichen mit einer Ergänzung. Die Darstellung einer Vulva mit der großen „Sprechblase“, die in Heilig en Profaan 3 (1325–1375) veröffentlicht wurde, wurde zunächst als „The Vagina Monologue“ bezeichnet, tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um Worte, die die Vulva selbst äußert, sondern um eine Beschreibung. Der mittelalterliche Handwerker ritzte die Worte direkt seitenrichtig in die Form, sodass sie im Guss spiegelverkehrt erscheinen. Dort steht: „DIT.ES.CONTE.ENDE.AR.GHESELLE.KIN+DIE.VAN+ROMEN.COMMEN.SIN.“ Auf Deutsch in etwa: „Das ist Connie und ihr kleiner Begleiter, die aus Rom gekommen sind.“ (CONTE könnte ein Eigenname sein, z.B. Connie / Coneta / Constanze). In der neuen Form wurden die Buchstaben spiegelverkehrt angebracht, sodass sie im Guss richtig herum erscheinen. Damit stellte sich die Frage – wer ist der Gefährte? Das Original zeigt darauf keinen Hiweis. Auf anderen Zinnabzeichen mit Vulven auf Pilgerfahrt tragen sie Stäbe, Hüte oder Epauletten mit Penissen. Immer wieder wurde im Mittelalter beklagt, dass Frauen (und auch Männer) sich auf Pilgerfahrten unsittlich verhielten. Wie es im alten Sprichwort heißt: „Was in Santiago geschieht, bleibt in Santiago.“ Mit anderen Worten: Der Gefährte ist höchstwahrscheinlich ein Penis – und es blieb nur zu überlegen, wie Connie ihn halten könnte. Die Lösung war, dass sie eine Pilgertasche trägt, aus der er hervorschaut. Das ist reine Spekulation, aber wie ich finde, sehr gelungen.
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